Gut zu wissen
Hier findest du kleine Impulse und Antworten auf häufige Fragen rund ums Elternwerden. Zum Nachlesen, zum Nachdenken – und manchmal einfach, um sich verstanden zu fühlen. Wenn du tiefer einsteigen willst, begleiten dich unsere Kurse mit noch mehr Wissen, Ruhe und Herz.
Querlage
Bei der Querlage liegt das Baby quer im Bauch – das bedeutet, es kann nicht vaginal geboren werden. Meist entdeckt man diese Lage in der Spätschwangerschaft.
Tipp: Hebammen und Ärzt:innen beobachten die Lage regelmäßig. In manchen Fällen helfen Lagerungsübungen, das Baby zur Drehung zu ermutigen – ganz sanft und mit Geduld.
Quarkwickel
Klassisches Hausmittel bei Entzündungen oder Schwellungen – zum Beispiel bei Brustdrüsenschwellung, Milchstau oder Hämorrhoiden.
Tipp: Quark auf ein Tuch streichen (nicht direkt auf die Haut), kurz kühlen und anlegen. Immer vorher testen, ob’s sich angenehm anfühlt und die Brustwarze immer frei lassen!
Rebonding
Wenn der Start mit dem Baby holprig war – z. B. durch Bauchgeburt, Trennung oder Stress – kann bewusstes Nachholen von Nähe helfen, die Bindung zu vertiefen.
Tipp: Haut-an-Haut-Kontakt, Baden mit dem Baby, gemeinsames Schlafen – Nähe heilt. Und Rebonding darf zu jeder Zeit stattfinden. Auch dazu findest du Impulse in unseren Videos.
Rektusdiastase
Nach der Geburt kann die Bauchmuskulatur in der Mittellinie auseinanderweichen – das nennt man Rektusdiastase. Sie heilt in vielen Fällen von selbst, manchmal braucht es gezielte Rückbildung.
Tipp: Vermeide Bauchpressen, schweres Heben und klassische Sit-ups.
Rückbildung
Dein Körper findet langsam zurück – die Gebärmutter zieht sich zusammen, Muskeln stabilisieren sich, Hormone regulieren sich neu. Rückbildung ist kein Wettlauf, sondern ein Prozess.
Tipp: Gönn dir 6–8 Wochen Wochenbettzeit und beginne dann langsam mit Rückbildungsübungen – erst atmen, dann bewegen.
Reizüberflutung beim Baby
Zu viele Eindrücke auf einmal – Geräusche, Licht, neue Gesichter – können dein Baby überfordern.
Tipp: Sanfte Stimme, gedimmtes Licht, Nähe – das beruhigt. Auch dein eigener Rhythmus beeinflusst dein Baby. Weniger ist oft mehr.
Rückbildungskurs
Ein Rückbildungskurs hilft deinem Körper nach der Geburt, besonders dem Beckenboden, sanft wieder zu kräftigen. Auch Bauch, Rücken und Haltung werden gestärkt – achtsam und in deinem Tempo.
Tipp: Starte frühestens 6–8 Wochen nach der Geburt, bei einer Bauchgeburt etwas später. Ein Kurs mit Hebamme oder Physio bringt nicht nur Übungen, sondern oft auch Austausch, Lachen und „Ich bin nicht allein“-Momente.
Reiki
Eine energetische Methode, bei der durch Handauflegen Lebensenergie aktiviert wird – kann helfen, zu entspannen, Heilung zu fördern und innerlich zur Ruhe zu kommen.
Tipp: Du darfst dir selbst Reiki geben, z. B. bei Erschöpfung oder nach einem Hausbesuch. Unsere Videos führen dich liebevoll in die Selbstbehandlung ein.
Schlafmangel & Erschöpfung
Wenig Schlaf über Wochen zerrt an Körper und Seele – das ist kein Baby-Klischee, sondern Realität vieler Eltern.
Tipp: Jeder kleine Nap zählt. Aufgaben abgeben, Hilfe annehmen, Erwartungen senken – du darfst müde sein.
Schreiambulanz
Bei exzessivem Schreien helfen spezialisierte Beratungsstellen – mit Blick auf Kind und Eltern.
Tipp: Früh Hilfe holen entlastet. Die meisten Städte haben Angebote – frag bei deiner Hebamme oder dem Kinderarzt nach.
Schütteltrauma
Ein Baby darf niemals geschüttelt werden – selbst wenige Sekunden können schwere Hirnschäden verursachen.
Tipp: Bei Überforderung: Baby sicher ablegen, aus dem Raum gehen, Hilfe holen. Das schützt Leben – auch deins.
Schuldgefühle
„Ich mache alles falsch“ – solche Gedanken schleichen sich oft ein, vor allem wenn es schwierig wird.
Tipp: Du bist genug. Fehler machen alle. Sprich drüber – das entlastet und verbindet.
Soor (Mundsoor & Brustsoor)
Pilzinfektion bei Baby (weißlicher Belag im Mund) und/oder Mama (brennende Brustwarzen).
Tipp: Beide behandeln lassen, konsequente Hygiene beachten. Waschlappen, Still-BHs und Schnuller regelmäßig wechseln.
Symphysenlockerung
Schmerzen im Schambereich durch gelockerte Beckengelenke in Schwangerschaft oder Wochenbett.
Tipp: Keine Spreizbewegungen, Beine geschlossen lagern, Beckenstützgurt probieren – und achtsam bewegen.
Stillstreik
Plötzliches Ablehnen der Brust trotz Hunger – kann stressbedingt, schmerzbedingt oder entwicklungsbedingt sein.
Tipp: Stillen in ruhiger Umgebung, Hautkontakt, nicht drängen. Oft hilft Rückbesinnung auf Nähe und Rhythmus.
Storchenbiss
Ein Storchenbiss ist ein rötlicher, flacher Fleck – meist im Nacken, manchmal an Stirn oder Augenlidern. Er entsteht durch erweiterte feine Blutgefäße in der Haut.
Tipp: Der Storchenbiss ist harmlos und verschwindet meist im Laufe des ersten Lebensjahres von allein. Kein Grund zur Sorge – kein echter Biss, sondern ein kleiner Geburtsgruß.
Sternengucker
Ein Sternengucker ist ein Baby in einer besonderen Geburtsposition: mit dem Rücken zur Wirbelsäule der Mutter. Das Köpfchen zeigt dabei nach vorn – medizinisch heißt das „hintere Hinterhauptslage“. Früher, als es gängig war, dass Frauen in Rückenlage das Kind zur Welt brachten, zeigte das Gesicht des Babys nicht wie üblich nach unten, nachdem es geboren wurde, sondern in Richtung der Sterne - daher der Name.
Tipp: Diese Lage kann die Geburt verlängern oder intensiver machen. Bewegung, Vierfüßlerstand, Rebozo oder sanfte Rotationstechniken können helfen – deine Hebamme kennt Möglichkeiten.
Stillen
Stillen ist weit mehr als Ernährung – es ist Nähe, Regulation, Bindung. Und: ein Lernprozess für dich und dein Baby.
Tipp: Lass dir Zeit, achte auf bequeme Haltung und gutes Anlegen. Und: Du musst das nicht allein schaffen – unsere Stillvideos begleiten dich Schritt für Schritt.
Schlafen mit Baby
Babys schlafen oft in kurzen Etappen, brauchen Nähe und Beruhigung – Tag und Nacht.
Tipp: Wenn du sicher im Familienbett schläfst (rauchfrei, auf harter Matratze, ohne Decke über dem Baby), könnt ihr beide besser ruhen. Weniger kämpfen, mehr anpassen. Achte aber immer auf die SIDS Leitlinie!
Schmerzen beim Stillen
Stillen darf ziepen, aber nicht dauerhaft schmerzen. Schmerzen können auf falsches Anlegen, wunde Brustwarzen oder Infektionen hinweisen.
Tipp: Ursache klären, Haltung optimieren, Brust pflegen. Bitte nicht einfach durchhalten – deine Hebamme und unsere Videos helfen dir gezielt weiter.
Schwangerschaftsstreifen
Feine Risse in der Unterhaut, meist an Bauch, Brust, Hüfte oder Oberschenkeln – sie entstehen durch das schnelle Dehnen der Haut in Schwangerschaft oder Wochenbett. Anfangs sind sie rötlich, später verblassen sie.
Tipp: Tägliches Einölen der feuchten Haut, sanfte Massagen und ausreichend Trinken können das Bindegewebe unterstützen – verhindern lassen sie sich nicht immer. Und: Jede Linie erzählt eure Geschichte.
Schwangerschaftsübelkeit
Vor allem im ersten Trimester fühlen sich viele Schwangere übel – morgens, abends oder den ganzen Tag. Ursache sind hormonelle Veränderungen, besonders der Anstieg von hCG.
Tipp: Kleine, regelmäßige Mahlzeiten, viel trinken, Ingwer oder Akupressur helfen vielen. Ruh dich aus – dein Körper leistet gerade Großes. Bei starkem Erbrechen bitte ärztlich abklären (Stichwort: Hyperemesis gravidarum).
Stillbeginn in den ersten 24 Stunden
Die ersten Stunden nach der Geburt sind besonders wichtig für den Stillstart – dein Baby hat einen natürlichen Suchreflex.
Tipp: Viel Hautkontakt, ungestörtes Anlegen und Zeit helfen euch beiden. Das erste Kolostrum ist Gold für die Immunabwehr.
Stuhlgang beim Neugeborenen (Mekonium, Kindspech)
Der erste Stuhlgang (Mekonium, Kindspech) ist schwarz-grün und klebrig – er zeigt, dass der Darm funktioniert.
Tipp: Danach folgt Übergangsstuhl und später Muttermilchstuhl – hellgelb, oft flüssig. Wichtig: mindestens 1x täglich. Fragen? Hebamme fragen.
Schwangerschaftsdiabetes
Eine Form des Diabetes, die nur während der Schwangerschaft auftritt – meist gut mit Ernährung und Bewegung regulierbar.
Tipp: Lass dich gut begleiten, mach kleine Mahlzeiten und achte auf langsame Kohlenhydrate. Meist normalisiert sich alles nach der Geburt wieder.
Tragen & Tragetuch
Babys entspannen in Nähe und Bewegung – das Tragen hilft gegen Überreizung und fürs Einschlafverhalten.
Tipp: Achte darauf, dass das Köpfchen gestützt ist und Beinchen in der Anhock-Spreiz-Haltung sind. Unsere Videos zeigen dir verschiedene Bindetechniken – fürs Stillen und Bewegung in einem.
Tränender Tränenkanal beim Baby
Bei vielen Neugeborenen ist der Tränenkanal noch eng oder leicht verstopft – das Auge tränt oder verklebt.
Tipp: Sanft mit warmem Wasser reinigen, Hebamme zeigt gern eine kleine Massage. Meist öffnet sich der Kanal von selbst.
Tropfenweise Milchbildung
Manche Mütter bemerken, dass die Milchproduktion zunächst ganz leise startet – wie in Tropfen.
Tipp: Ruhiges Stillen, viel Hautkontakt und Bilden übers Nacht-Tandem helfen, die Milchproduktion sanft in Gang zu bringen.
Tränen – emotional & körperlich
Weinen ist im Wochenbett erlaubt – es löst, schützt und zeigt: Du fühlst und verarbeitest.
Tipp: Nimm dir Momente zum Ausatmen, vertraue dich einer Freundin oder Hebamme an – Sonne geht immer wieder auf.