Gut zu wissen
Hier findest du kleine Impulse und Antworten auf häufige Fragen rund ums Elternwerden. Zum Nachlesen, zum Nachdenken – und manchmal einfach, um sich verstanden zu fühlen. Wenn du tiefer einsteigen willst, begleiten dich unsere Kurse mit noch mehr Wissen, Ruhe und Herz.
IBDS (Initiale Brustdrüsenschwellung)
Rund um den 3.–5. Tag nach der Geburt kann die Brust hart, prall und warm werden – das ist die initiale Milchbildung, nicht zu verwechseln mit Milchstau.
Tipp: Häufig anlegen, Brust sanft ausstreichen oder unter der Dusche massieren – ohne Druck! Kühlende Quarkumschläge und ein entspannter Umgang helfen enorm. In unseren Videos zeigen wir dir das Schritt für Schritt.
Intuition
Dein inneres Spüren ist eine große Kraftquelle in Schwangerschaft und Wochenbett – auch wenn es manchmal leise oder überdeckt ist.
Tipp: Vertraue auf das, was sich stimmig anfühlt. Intuition wächst mit jedem Moment, in dem du dich nicht vergleichst, sondern bei dir bleibst
Intimpflege nach der Geburt
Die Vulva ist nach der Geburt oft empfindlich, wund oder geschwollen. Gute Pflege ist wichtig, aber bitte sanft und minimalistisch.
Tipp: Kein Duschgel! Nur klares Wasser oder eventuell abgekochter Schwarztee. Viel Luft dranlassen und lockere Kleidung tragen.
Infant Handling
Beim Wickeln, Tragen oder Anziehen sprechen wir von Infant Handling – also wie wir Babys achtsam bewegen.
Tipp: Sprich mit deinem Baby, kündige Bewegungen an und gib ihm Halt durch deine Hände. Weniger „zack“, mehr „zart“. Unsere Videos zeigen dir, wie du das ganz natürlich machst.
Inkontinenz nach der Geburt
Tröpfelt es beim Husten oder Lachen? Das kann nach der Geburt vorkommen – und ist behandelbar!
Tipp: Früh anfangen, den Beckenboden bewusst zu spüren. Und nicht schämen – deine Hebamme kennt das. Dreh trotzdem deinen Kopf auf die Seite beim husten. Damit entlastest du deine Bauch- und Beckenbodenmuskulatur und es paasiert weniger.
Jod in der Schwangerschaft
Jod ist wichtig für die Schilddrüsenfunktion – bei dir und beim Baby. In der Schwangerschaft ist der Bedarf erhöht.
Tipp: Viele Frauen nehmen Jod in Kombi mit Folsäure als Supplement. Sprich mit deiner Hebamme oder Ärztin, ob das für dich passt.
Juckreiz in der Schwangerschaft
Viele Schwangere klagen über Juckreiz – vor allem am Bauch, an den Brüsten oder den Oberschenkeln. Das kann ganz harmlos, aber manchmal auch ein Zeichen für etwas Tieferliegendes sein (z. B. Schwangerschaftscholestase).
Tipp: Pflegende Öle oder eine leichte Lotion mit Calendula oder Mandelöl helfen oft. Wenn’s stärker wird oder du nachts kaum schlafen kannst – bitte abklären lassen.
Kindsbewegungen
Dein Baby macht sich meist ab der 20. Woche spürbar bemerkbar – kleine Stupser, Drehungen, später richtige Tritte.
Tipp: Genieß die Verbindung. Und wenn du dein Baby mal weniger spürst: lieber einmal zu viel Kontakt aufnehmen mit deiner Hebamme oder deinem Arzt.
Kopfgneis
Gelbliche, fettige Schuppen auf der Kopfhaut – meist in den ersten Lebenswochen. Nicht juckend und völlig harmlos.
Tipp: Nicht selbst behandeln – bitte kinderärztlich abklären lassen.
Kliniktasche
Etwa ab der 34. Woche ist es sinnvoll, die Kliniktasche gepackt und bereit stehen zu haben – für Geburt, Wochenbett und den Heimweg.
Tipp: Denk an bequeme Kleidung, Still-BH, warme Socken, Snacks, Ladegerät, wichtige Unterlagen und etwas Persönliches für dich – z. B. ein Öl, ein Tuch oder dein Geburtsmantra. Weniger ist oft mehr – du darfst dich wohlfühlen, nicht einziehen.
Kolostrum
Das Kolostrum ist die erste, goldgelbe Milch – besonders nährstoffreich, reich an Immunstoffen und perfekt auf das Neugeborene abgestimmt.
Tipp: Schon wenige Tropfen genügen. Es wird manchmal sogar in der Schwangerschaft (per Hand) gesammelt, z. B. bei drohender Geburtseinleitung oder Diabetes.
Karpaltunnelsyndrom in der Schwangerschaft
Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Händen – besonders nachts? Das kann am erhöhten Druck im Handgelenk liegen.
Tipp: Oft hilft eine Handgelenksbandage oder Hochlagern. Nach der Geburt verschwindet es meist ganz von allein.
Kinderwunsch
Der Kinderwunsch kann zart sein oder übermächtig. Manche werden sofort schwanger, andere brauchen Geduld oder Unterstützung.
Tipp: Sprich offen darüber, auch mit Fachpersonen. Achte gut auf deine Grenzen und Gefühle. Du bist nicht allein.
Kaiserschnitt (Bauchgeburt)
Wir sagen liebevoll „Bauchgeburt“ – weil es auch eine Geburt ist. Mit Gefühl, Kraft und einem echten Anfang.
Tipp: Hol dir Informationen zu Vorbereitung, Bonding und Wundheilung. Und vergiss nie: Auch eine Bauchgeburt darf gefeiert und verarbeitet werden.
Kindspech (Mekonium)
Das erste, meist tiefschwarze und klebrige Häufchen deines Babys nennt man Kindspech. Es besteht aus Fruchtwasser, Hautzellen und Haaren – ganz normal und meist in den ersten 1–2 Lebenstagen.
Tipp: Etwas Öl auf dem Po vor dem ersten Stuhlgang erleichtert das Abwischen. Später wird der Stuhl weicher und gelblich – ein Zeichen, dass die Verdauung gut anläuft.
Lagerung beim Stillen
Eine gute Stillposition entlastet dich und hilft deinem Baby, effektiv zu trinken – ganz ohne Schmerzen.
Tipp: Achte auf eine Linie bei Ohr–Schulter–Hüfte deines Babys und stütz dich gut ab. Bauch an Bauch ist ein schöner Merksatz. Unsere Videos zeigen dir verschiedene Positionen, von klassisch bis laid-back.
Lochien (Wochenfluss)
Nach der Geburt reinigt sich die Gebärmutter über den Wochenfluss – zunächst rot, dann bräunlich, schließlich gelblich-weiß.
Tipp: Achte auf regelmäßigen Wechsel der Binden, viel Luft an die Vulva und beobachte: Geruch, Menge und Farbe geben Hinweise auf den Verlauf. Bei Unsicherheit – meld dich lieber einmal mehr bei deiner Hebamme.