Gut zu wissen
Hier findest du kleine Impulse und Antworten auf häufige Fragen rund ums Elternwerden. Zum Nachlesen, zum Nachdenken – und manchmal einfach, um sich verstanden zu fühlen. Wenn du tiefer einsteigen willst, begleiten dich unsere Kurse mit noch mehr Wissen, Ruhe und Herz.
Afterpains (Nachwehen)
Nach der Geburt zieht sich die Gebärmutter wieder zusammen – das kann sich wie starke Menstruationskrämpfe anfühlen, besonders beim Stillen.
Tipp: Wärme hilft! Wärmflasche, Bauchumschlag oder auch ein Kirschkernkissen wirken oft entspannend. Und: tief durchatmen, wie eine Welle mitreiten.
Abstillen
Das natürliche Abstillalter liegt zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr – es darf also Zeit haben. Wichtig ist, dass das Abstillen ein gemeinsamer Prozess ist, der sich an den Bedürfnissen von Mutter und Kind orientiert.
Tipp: Mahlzeiten langsam reduzieren, z. B. nur noch abends stillen. Rede offen mit deinem Kind: „Wir verändern jetzt was – Mama spürt, dass die Milchzeit zu Ende geht.“
Adoptiveltern
Elternliebe beginnt nicht mit der Geburt – sie wächst durch Beziehung. Adoptiveltern begleiten ihr Kind oft besonders achtsam beim Ankommen in der Familie.
Tipp: Körperkontakt, liebevolle Rituale und ein feinfühliger Blick auf Signale stärken Bindung. Stillen kann man auch als Adoptiveltern mit einer Stillfachkraft lernen und heißt induzierte Laktation. Aber auch ohne Stillen kann Nähe tief nährend sein.
Anamnese
Die Anamnese ist das erste Kennenlernen mit deiner Hebamme – ein liebevoller Blick auf deine Geschichte, deinen Körper, deine Wünsche.
Tipp: Schreib dir vorher auf, was dir wichtig ist oder was dir Sorgen macht. Dein Bauchgefühl darf hier laut sein!
Anlegen beim Stillen
Ein guter Start beim Stillen beginnt mit einer bequemen Haltung: Kind seitlich an dich gelegt, Ohr, Schulter und Hüfte in einer Linie. Die Brust im C-Griff umfassen, leicht nach hinten greifen.
Tipp: Führ die Brustwarze über die Nase deines Babys, sodass es den Mund weit öffnet – dann anlegen und loslassen. Und wenn du mehr Sicherheit möchtest: In unseren Videos zeigen wir dir alles ganz in Ruhe.
Atemübungen für die Geburt
Bewusstes Atmen hilft, bei sich zu bleiben – egal ob in Wellen, Pausen oder bei Entscheidungen. Es reguliert das Nervensystem und schenkt Vertrauen.
Tipp: Übe das schon in der Schwangerschaft – z. B. die 4-7-8-Atmung: 4 Sekunden ein, 7 halten, 8 aus. Oder einfach summen beim Ausatmen – das beruhigt Gebärmutter und Herz zugleich.
Anzeichen der Geburt
Los geht’s oft mit einem Ziehen im Rücken, Schleimpfropfverlust, echten Wellen oder einem inneren Gefühl von: Jetzt wird’s ernst.
Tipp: Echte Geburtswellen werden regelmäßiger, stärker und lassen sich nicht durch Badewanne oder Spazierengehen aufhalten. Höre auf dein Bauchgefühl – du spürst, wann es losgeht.
Austreibungsphase
In dieser Geburtsphase wird das Baby durch die letzten Wehen und durch aktives Mitdrücken geboren – eine sehr kraftvolle, körpernahe Zeit.
Tipp: Folge deinem Impuls – ob du atmest, tönst oder schiebst. Oft hilft es, tief in die Hüfte zu atmen und sich gut abzustützen.
Abpumpen
Beim Abpumpen wird Muttermilch mit einer Hand- oder elektrischen Pumpe gewonnen – zur Aufbewahrung oder zur Entlastung.
Tipp: Achte auf einen ruhigen Moment, Wärme vorher kann den Milchspendereflex unterstützen. Hygiene und passende Trichtergröße sind wichtig für Wohlbefinden und Milchfluss.
Ausfluss in der Schwangerschaft
Vermehrter Ausfluss in der Schwangerschaft ist meist normal – er schützt vor Infektionen. Nur wenn er juckt, riecht oder färbt, solltest du das abklären lassen.
Tipp: Baumwollunterwäsche, keine Intimsprays, und bei Unsicherheit lieber einmal mehr zur Hebamme oder Gyn.
Bauchgeburt
Der Begriff „Bauchgeburt“ ist eine wertschätzende Alternative zum Wort Kaiserschnitt. Denn auch wenn das Baby operativ geboren wird, bleibt es eine selbstbestimmte, kraftvolle Geburt.
Tipp: Eine gute Geburtsvorbereitung und liebevolle Begleitung helfen, auch eine Bauchgeburt als starken Start zu erleben. In unseren Videos erfährst du, wie du dich mental und körperlich darauf vorbereiten kannst.
Besuch im Wochenbett
Besuch kann gut tun – oder zu viel sein. Du bestimmst, wer, wann und wie lange.
Tipp: Häng ein Schild an die Tür oder verabrede dich mit Partner:in, wie ihr Besuch reguliert. Unsere Videos geben dir Formulierungshilfen, um liebevoll Grenzen zu setzen.
Bonding
Bonding beschreibt das frühe Kennenlernen und die tiefe Verbindung zwischen Baby und Bezugsperson – oft durch Nähe, Blickkontakt und Berührung.
Tipp: Bonding ist keine einmalige Chance – es wächst mit jedem Moment von Nähe. Haut an Haut, ein liebevoller Blick, gemeinsames Atmen – all das zählt. Auch dazu findest du viele Impulse in unseren Videos.
Beckenboden
Der Beckenboden ist das muskuläre Fundament im unteren Becken. Während Schwangerschaft und Geburt wird er stark beansprucht und darf sich im Wochenbett langsam regenerieren.
Tipp: Schon Atemübungen helfen beim Wahrnehmen und sanften Aktivieren. In unseren Videos zeigen wir dir, wie du deinen Beckenboden liebevoll stärkst – Schritt für Schritt.
Brustnahes Zufüttern
Wenn vorübergehend zugefüttert werden muss, gibt es sanfte Alternativen zur Flasche – zum Beispiel das Brusternährungsset. Dabei fließt zusätzliche Milch über einen feinen Schlauch direkt an der Brust – das Baby saugt wie beim Stillen.
Warum nicht die Flasche? Flaschensauger verlangen eine andere Saugtechnik – das kann zu Saugverwirrung führen und das Stillen erschweren oder sogar verdrängen.
Tipp: Lass dich von deiner Hebamme oder einer Stillberaterin beraten – viele Apotheken führen Brusternährungssets. So bleibt das Stillen erhalten, auch wenn vorübergehend zugefüttert werden muss.
Babyblues
Der Babyblues ist ein häufiges, hormonell bedingtes Stimmungstief in den ersten Tagen nach der Geburt – oft verbunden mit Weinen, Zweifel oder Überwältigung.
Tipp: Es ist okay, traurig zu sein – und kein Zeichen von Schwäche. Sprich darüber, ruh dich aus und hol dir Nähe. Wenn es länger anhält, sprich mit deiner Hebamme oder schau in unsere Videos zu psychischer Gesundheit im Wochenbett.
Beikostreifezeichen
Beikoststart ist frühestens ab dem 6. Monat sinnvoll – wenn dein Baby alle drei Zeichen zeigt:
- Sitzfähigkeit: Es kann (mit wenig Unterstützung) aufrecht sitzen.
- Zungenreflex weg: Essen wird nicht mehr automatisch rausgeschoben.
- Greifen & Führen: Es kann Essen selbst greifen und zum Mund führen.
Tipp: Erst wenn alle Zeichen erfüllt sind, ist der Darm bereit – davor braucht’s nur Milch & Nähe.
Beikost
Beikost bedeutet: Dein Baby darf anfangen, Essen zu entdecken – als Ergänzung zum Stillen oder Fläschchen. Am besten, wenn es Reifezeichen zeigt, meist um den 6. Monat herum.
Tipp: Essen ist Lernen, kein Leistungssport. Bleibt entspannt, genießt das gemeinsame Ausprobieren – und schaut gerne in unsere Beikost-Videos für praktische Tipps.
Brustdrüsenschwellung
Die initiale Brustdrüsenschwellung tritt meist 3–5 Tage nach der Geburt auf: die Brust fühlt sich gespannt, warm und voll an.
Tipp: Häufiges Anlegen, sanfte Massage, Kühlen (z. B. Quark oder Kühlpad) können helfen. In unseren Videos zeigen wir dir, wie du durch diese Phase gut hindurchkommst.
BLW (Baby-led Weaning)
Beim Baby-led Weaning isst das Baby von Anfang an selbst – statt Brei gibt’s weiches Fingerfood, das es mit der Hand greifen kann. Es bestimmt Tempo und Menge selbst.
Wichtig:
- Nur mit Beikostreifezeichen starten (Sitzfähigkeit, kein Zungenstoßreflex, Hand-Mund-Koordination).
- Immer unter Aufsicht essen lassen.
- BLW lässt sich gut mit Brei kombinieren – erlaubt ist, was zu euch passt.
Brustwarzenpflege
Empfindliche oder wunde Brustwarzen sind häufig beim Stillstart – sie brauchen liebevolle Pflege und eine gute Anlegetechnik.
Tipp: Muttermilch, Heilwolle, ggf. spezielle Cremes können helfen. Wichtig ist: Ursache klären, Technik anpassen – auch das erklären wir dir ganz genau in unseren Stillvideos.
Blasensprung
Der Sprung der Fruchtblase kann zu Beginn oder erst während der Geburt passieren. Das Fruchtwasser ist meist klar – trüb, grünlich oder geruchsauffällig sind Zeichen für Kontrolle.
Tipp: Ruhe bewahren, Aufsaugbares bereithalten – und Kontakt zur Hebamme oder zum Geburtsort.
Brennen beim Wasserlassen (nach Geburt)
Ein leichtes Brennen beim Wasserlassen nach einer vaginalen Geburt ist nicht ungewöhnlich, vor allem bei Geburtsverletzungen oder Reizungen.
Tipp: Beim Wasserlassen mit klarem Wasser nachspülen oder in der Dusche urinieren hilft. Wenn’s länger anhält: bitte abklären lassen. Mehr Tipps findest du in unseren Videos zur Wochenbettpflege.
Begleitperson
Eine vertrauensvolle Begleitperson kann bei der Geburt enorm bestärken – egal ob Partner:in, Freundin oder Doula.
Tipp: Sprecht vorher über Wünsche, Grenzen und Aufgaben. In unseren Videos zeigen wir auch, wie eine Begleitperson gut unterstützen kann.
Blutungen in der Schwangerschaft
Leichte Blutungen in der Frühschwangerschaft können harmlos sein – sollten aber immer ärztlich oder hebammenseitig abgeklärt werden.
Tipp: Ruhe bewahren, beobachten, Kontakt aufnehmen. Unsere Videos erklären dir, welche Arten von Blutungen es gibt – und wann du was tun solltest.
Beckenendlage
In der Beckenendlage liegt das Baby mit dem Po statt mit dem Kopf nach unten – manche Babys drehen sich noch bis zur Geburt. Lass dich dazu in einer Spezialklinik beraten und lass dich nicht zu sehr verunsichern.
Bindungsaufbau mit dem Baby
Bindung entsteht durch Nähe, Reaktion, liebevolle Zuwendung – und wächst mit jedem gemeinsamen Tag.
Tipp: Du musst nichts leisten – schau, hör, sei da. Auch weinen dürfen ist Nähe. Wie du Bindung im Alltag lebst, zeigen wir dir in vielen unserer Videos.
Bauchmassage im Wochenbett
Eine sanfte Bauchmassage kann helfen, die Rückbildung zu unterstützen, Luft zu lösen und einfach zu entspannen.
Tipp: Verwende warmes Öl (z. B. Mandel oder Lavendel), atme tief und lass dir Zeit. In unseren Videos zeigen wir dir die Technik Schritt für Schritt.
Babyschlaf verstehen
Babys schlafen anders als Erwachsene – oft in kurzen Etappen, mit vielen nächtlichen Wachphasen.
Tipp: Schlaf ist kein Erziehungsziel. Sicherheit, Nähe und weniger Reize helfen. Mehr dazu in unserem Video: „Schlaf verstehen statt bekämpfen“.
Brustverweigerung
Manche Babys verweigern plötzlich die Brust – das kann viele Ursachen haben: Stress, Saugen an Schnuller oder Flasche, Krankheit, Zahnungsphasen oder äußere Reize.
Tipp: Ruhe bewahren, Nähe schenken, eventuell mit Stillberaterin klären. Unsere Videos zeigen, was du in solchen Phasen tun kannst.
Clusterfeeding (Clustern)
Clusterfeeding bezeichnet Phasen, in denen dein Baby sehr häufig hintereinander gestillt werden möchte – oft abends oder während Wachstumsschüben. Das ist völlig normal und hilft, die Milchproduktion anzuregen.
Tipp: Mach es dir gemütlich, sorge für Snacks und Getränke in Reichweite und nutze diese Zeit für Kuscheleinheiten. Unsere Videos zeigen dir, wie du diese intensiven Phasen gut meistern kannst.
Cerclage
Eine Cerclage ist eine Naht am Gebärmutterhals, die bei Frühgeburtsrisiko oder Gebärmutterhalsschwäche eingesetzt wird – meist in der Frühschwangerschaft.
Tipp: Schonung, regelmäßige Kontrollen und viel Ruhe sind danach wichtig. Deine Hebamme kann dich dabei achtsam begleiten.
CTG (Kardiotokografie)
Das CTG ist ein Überwachungsgerät, das die Herztöne deines Babys und deine Wehentätigkeit aufzeichnet.Laut den Mutterschaftsrichtlinien ist dies erst ab errechneten Termin oder bei Krankheiten von Mutter/Kind sinnvoll.
Cortisol in der Schwangerschaft
Cortisol ist ein Stresshormon, das bei anhaltendem Stress erhöht sein kann und über die Plazenta auf das Baby wirkt. Chronischer Stress kann die Entwicklung des kindlichen Gehirns beeinflussen.
Tipp: Achte auf regelmäßige Entspannungsphasen, ausreichend Schlaf und sprich mit deiner Hebamme über Stressbewältigung. Unsere Videos bieten dir Entspannungsübungen und Tipps zur Stressreduktion.
Dammriss
Ein Dammriss ist eine häufige Geburtsverletzung, bei der das Gewebe zwischen Vulva und After einreißt. Je nach Tiefe unterscheidet man vier Grade. Leichte Risse heilen meist innerhalb von vier bis sechs Wochen folgenlos aus.In unseren Videos zeigen wir dir, wie du deinen Damm pflegen kannst
Dammschnitt
Ein Dammschnitt (Episiotomie) ist ein chirurgischer Schnitt, der während der Geburt vorgenommen wird, um das Dammgewebe zu erweitern. Er wird heutzutage nur noch bei medizinischer Notwendigkeit durchgeführt. Keine Angst oft tut dies nicht weh nur nach der Geburt brennt es leicht und muss mit einer Naht versorgt werden. Achte darauf nur in den ersten 24h zu kühlen danach sollte die Naht in Ruhe heilen dürfen mit wenig Belastung durch langes Sitzen oder Stehen.
Dammschutz
Der Dammschutz ist eine geburtshilfliche Technik, bei der die Hebamme das Dammgewebe während der Geburt unterstützt, um Risse zu vermeiden. Dabei wird das Gewebe manuell gestützt und der Durchtritt des kindlichen Kopfes kontrolliert.
Tipp: Warme Kompressen während der Geburt können die Elastizität des Damms erhöhen
Dammpflege
Nach einer vaginalen Geburt kann der Damm wund, geschwollen oder verletzt sein. Eine gute Pflege unterstützt die Heilung und beugt Infektionen vor – egal ob mit oder ohne Geburtsverletzung.
Tipp:
- Nach dem Toilettengang mit klarem Wasser spülen (z. B. mit einer Podusche)
- Sanft trockentupfen, Luft dranlassen
- Kühlpads, Sitzbäder mit Eichenrinde oder Calendula-Tee können wohltuend sein
- Hebamme regelmäßig draufschauen lassen – auch seelisch.
Doula
Eine Doula ist eine nicht-medizinische Geburtsbegleiterin, die werdenden Müttern emotionalen und körperlichen Beistand vor, während und nach der Geburt bietet. Studien zeigen, dass die Unterstützung durch eine Doula positive Auswirkungen auf das Geburtserlebnis haben kann.
Tipp: Wenn du dir zusätzliche Unterstützung wünschst, kann eine Doula eine wertvolle Ergänzung sein.
Durchschlafen beim Baby
Viele Babys entwickeln ab dem sechsten Monat die Fähigkeit, sechs bis acht Stunden am Stück zu schlafen. Allerdings ist es normal, dass Babys auch danach nachts aufwachen.
Tipp: Ein regelmäßiges Einschlafritual und ein ruhiges Schlafumfeld können deinem Baby helfen, besser zu schlafen. In unseren Videos geben wir dir Tipps für einen entspannten Babyschlaf.